COS erlitt herben Dämpfer im 3. Quartal

COS erlitt herben Dämpfer im 3. Quartal

Umsatzausfälle in Deutschland weitaus höher als erwartet
Negatives Jahresergebnis erwartet
Abbau von rund 40 Arbeitsplätzen in Deutschland und Österreich geplant

Baden, 28. Oktober 2005 – Die COS Computer Systems AG, eine Beteiligungs-Holding für mittelgrosse Firmen aus dem IT-Umfeld, weist für das dritte Quartal 2005 einen Konzernverlust in der Höhe von CHF 4,2 Mio. aus. Dieses schlechte Ergebnis ist zur Hauptsache den weit über den Erwartungen liegenden Umsatzausfällen bei der deutschen Distributionsgesellschaft und der Avitos GmbH zuzuschreiben. Kumuliert für die ersten neun Monate beläuft sich der Konzernverlust der COS Gruppe auf CHF 6,5 Mio. (Vorjahr: Konzernverlust CHF 2,4 Mio.).

Erwartungsgemäss bewegten sich die Verkäufe bei allen Konzerngesellschaften in der Sommerzeit unterhalb dem Niveau der umsatzstärrkeren Wintermonate. Im Rahmen der Systemumstellungen bei der COS Distribution AG in Deutschland, der mit Abstand umsatz­stärksten Gruppengesellschaft, verursachten erhebliche Leistungsprobleme und Reibungs­verluste in der Auftragsabwicklung jedoch einen länger anhaltenden Rückgang der Verkäufe, als dies noch im Juli antizipiert wurde. So belief sich der Gruppenumsatz im dritten Quartal 2005 auf lediglich CHF 188,5 Mio. (Vorjahr: CHF 242,8 Mio.). Kumuliert für die ersten neun Monate beträgt der Umsatz CHF 699,6 Mio. (Vorjahr: CHF 756,7 Mio.).

Während es den meisten Gruppengesellschaften gelang, ihre Bruttogewinnmargen zu halten oder leicht zu verbessern, erlitten die Margen im deutschen Distributionsgeschäft einen empfindlichen Rückschlag. Als Folge davon sowie als Resultat des starken Umsatzrück­gangs nahm der Bruttogewinn im dritten Quartal auf CHF 12,1 Mio. ab (Vorjahr: CHF 16,5 Mio.). Kumuliert für die ersten neun Monate beträgt der Bruttogewinn CHF 41,5 Mio. (Vor­jahr: CHF 47,6 Mio.) Die Bruttogewinnmarge der ersten drei Quartale nahm auf 5,9% ab (Vorjahr: 6,3%).

Trotz konsequenter Kostendisziplin nahm der Betriebsaufwand im dritten Quartal gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode um 9,7% zu. Dies ist einerseits auf einmalige Sonder­effekte im Vorjahr und andererseits auf Personalausbildungskosten sowie den Beizug von temporären Arbeitskräften zurückzuführen.

Auf Stufe EBIT weist die Gruppe für das dritte Quartal einen Betriebsverlust von CHF 3,6 Mio. aus (Vorjahr: Betriebsgewinn von CHF 2,3 Mio.). Für die ersten neun Monate 2005 resultiert ein kumulierter Betriebsverlust von CHF 4,4 Mio. (Vorjahr: Betriebsgewinn von CHF 2,6 Mio.). Nach Finanz- und signifikant vermindertem Steueraufwand ergibt sich für die ersten neun Monate 2005 ein Konzernverlust von CHF 6,5 Mio. (Vorjahr: Konzernverlust CHF 2,4 Mio.).

Verglichen mit dem Jahresabschluss 2004 reduzierte sich die Bilanzsumme per Ende September 2005 um 10,0% auf CHF 185,7 Mio. Das Eigenkapital nahm auf CHF 73,9 Mio. ab, und die Eigenkapitalquote lag zu Ende des dritten Quartals bei 39,8%.


Der Geschäftsgang der Distributionsgesellschaften
Die Distributionsgesellschaften erzielten in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen kumulierten Umsatz von CHF 635,8 Mio. (Vorjahr: CHF 688,5 Mio.). Als Folge von Umsatzausfällen und ungenügenden Margen bei der deutschen Distributions­gesellschaft und beim IT-Versandhandelshaus Avitos GmbH sowie einer nach wie vor unbefriedigenden Ertragslage bei der österreichischen Distributionstochter resultierte auf Stufe EBIT in den ersten drei Quartalen ein kumulierter Betriebsverlust von CHF 4,8 Mio. (Vorjahr: Betriebsgewinn von CHF 2,8 Mio.).

Die COS Distribution AG in der Schweiz erzielte im dritten Quartal als Folge einer flauen Nachfrage einen Umsatz von lediglich CHF 27,6 Mio. (Vorjahr: CHF 31,7 Mio.). Kumuliert für die ersten neun Monate beläuft sich der Umsatz auf CHF 92,2 Mio. (Vorjahr: CHF 102,7 Mio.). Dank verbesserter Margen sowie einem forcierten Ausbau des Sortiments im Bereich der Unterhaltungselektronik bewegt sich der kumulierte Betriebsgewinn auf Vorjahreshöhe. Die Gesellschaft wird das Geschäftsjahr aller Voraussicht nach mit einem positiven Resultat abschliessen und so an die solide Leistung des Vorjahres anknüpfen.

Bei der COS Distribution AG in Deutschland stand das dritte Quartal ganz im Zeichen einer tiefgreifenden Reorganisation der informationstechnischen Prozesse zur Abwicklung des gesamten Warenflusses – vom Einkauf über die Lagerwirtschaft bis hin zur Auslieferung an den Kunden. Obwohl nach erfolgter Umstellung die überwiegende Zahl der Bestellungen ordnungsgemäss abgewickelt werden konnte, wurde dazu wesentlich mehr Zeit bean­sprucht. Bereits im Vorfeld der Systemumstellung wurde eine vorübergehende Beeinträch­tigung in der Auftragsabwicklung erwartet. Die entgegen den ursprünglichen Annahmen und trotz dem hohen Engagement aller Beteiligten nur harzig voranschreitenden Verbesserungen führten nun aber während dem ganzen dritte Quartal zu einem signifikanten Leistungsrück­gang und damit zu Kunden- und Volumenverlusten. Entsprechend erzielte das Unternehmen im Berichtsquartal einen Umsatz von lediglich CHF 87,1 Mio. (Vorjahr: CHF 130,7 Mio.). Kumuliert für die ersten neun Monate beläuft sich der Umsatz auf CHF 381,4 Mio. (Vorjahr: CHF 441,9 Mio.). Da zusätzlich zum harten Wettbewerb auch die Leistungsschwierigkeiten auf die Margen drückten, weist die Gesellschaft für das dritte Quartal erneut ein negatives Betriebsergebnis aus. Die verschiedenen Schwachstellen in den neuen Prozessabläufen wurden zwischenzeitlich lokalisiert und werden nun unter Einsatz aller verfügbaren Kräfte behoben, so dass das Unternehmen bis zum Jahresende zur gewünschten Leistungsform zurückfinden sollte. Allerdings dürfte trotz der kontinuierlichen Leistungsverbesserung auch im vierten Quartal nochmals ein Betriebsverlust anfallen.

Gleichzeitig mit der deutschen Distributionsgesellschaft stellte auch die auf den IT-Versandhandel spezialisierte Avitos GmbH ihre Warenbewirtschaftung auf das neue System um. Als Folge dieser Umstellung resultierte ebenfalls ein Rückgang der Verkäufe. So erzielte die Avitos GmbH im Berichtsquartal einen Umsatz von CHF 7,2 Mio. (Vorjahr: CHF 12,7 Mio.). Kumuliert für die ersten neun Monate beträgt der Umsatz CHF 34,1 Mio. Vor dem Hinter­grund eines unverändert preisaggressiven Wettbewerbs führten diese Umsatzeinbussen auch im dritten Quartal zu einem Betriebsverlust. Die Systemumstellung ermöglicht nun einen raschen Umbau der Gesellschaft in einen virtuellen Anbieter ohne eigene logistische Infrastrukturen.

Die COS Distribution GmbH in Österreich vermochte ihren Umsatz mit CHF 12,2 Mio. nahe­zu auf Vorjahreshöhe von CHF 12,5 Mio. zu halten. Auf Grund der nach wie vor unbefriedi­genden Margen schloss die Firma allerdings auch das dritte Quartal mit einem negativen Betriebsergebnis ab. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Verlustsituation wird die öster­reichische Distributionsgesellschaft nun in den kommenden Monaten in eine reine Verkaufs­organisation ohne logistische Infrastrukturen umgebaut. Die Belieferung der Kunden wird – gleich wie bei den grösseren Mitbewerbern – anschliessend aus Deutschland erfolgen.

Die COS Memory AG hat ihre Aktivitäten weiter ausgebaut und neue Kundensegmente erschlossen. Dadurch gelang es der Gesellschaft, einen Quartalsumsatz von CHF 44,8 Mio. zu erzielen und das Spitzenergebnis aus dem Vorjahr (CHF 45,2 Mio.) nahezu zu egali­sieren. Kumuliert für die ersten neun Monate beträgt der Umsatz CHF 131,3 Mio. (Vorjahr: CHF 120,5 Mio.). Dank einer unverändert hohen betrieblichen Effizienz erwirtschaftete das Unternehmen wiederum einen sehr guten Betriebsgewinn. Mit der im dritten Quartal erfolg­ten Gründung einer Verkaufsniederlassung in der Schweiz beabsichtigt das Unternehmen, den Absatz ihrer unter der Eigenmarke "ExtreMemory" angebotenen Speicherprodukte weiter zu steigern. Dies, der vielversprechende Leistungsausweis der noch jungen Einkaufs­niederlassung in Taiwan und die gelungene Ausweitung der Kundenbasis bieten verlässliche Aussichten auf ein fortgesetztes, profitables Wachstum.


Der Geschäftsgang der Systemintegrationsgesellschaften
Die Systemintegrationsgesellschaften weisen für die ersten neun Monate des laufenden Jahres einen kumulierten Umsatz von CHF 65,1 Mio. aus (Vorjahr: CHF 67,4 Mio.). Trotz dieses leichten Umsatzrückgangs blieb der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT mit CHF 1,5 Mio. auf Vorjahreshöhe.

Die Schweizer COS Concat AG erzielte im dritten Quartal einen Umsatz von CHF 6,5 Mio. (Vorjahr: CHF 6,4 Mio.). und hat damit die Erwartungen übertroffen. Der Umsatz für die ersten neun Monate beläuft sich auf CHF 21,9 Mio. (Vorjahr: CHF 20,8 Mio.). Dank vorbild­licher Effizienz und einer konsequenten Erweiterung des Dienstleistungsspektrums vermochte das Unternehmen sein hervorragendes Rentabilitätsniveau zu bestätigen.

Mit einem Umsatz von CHF 14,0 Mio. (Vorjahr: CHF 15,7 Mio.) hat die COS Concat AG in Deutschland ihre Ziele nur knapp verfehlt. Kumuliert für die ersten drei Quartale beträgt der Umsatz CHF 43,2 Mio. (Vorjahr: CHF 46,8 Mio.). Die Ertragslage hat sich im dritten Quartal aus saisonalen Gründen etwas schwächer entwickelt. Dank ausgesprochen lösungsorien­tiertem Vorgehen im Bereich Information Lifecycle Management (ILM) vermochte die Gesellschaft ihre Kundenbasis zu stärken. Der gute Arbeitsvorrat aus Aufträgen bestehender wie auch neuer Kunden berechtigt zu optimistischen Prognosen für das vierte Quartal.


Ausblick
Die Gruppenleitung geht davon aus, dass die deutsche Distributionsgesellschaft und die Avitos GmbH bis zum Jahresende die noch bestehenden Schwachstellen in den Prozess­abläufen eliminieren können und die mit der Systemumstellung anvisierte Leistungsform erlangen werden. Allerdings muss damit gerechnet werden, dass im vierten Quartal bei beiden Gesellschaften nochmals Betriebsverluste anfallen. Die COS Gruppe ist in der Lage, diese Durststrecke durchzustehen und so eine gute Ausgangslage für das nächste Geschäftsjahr zu schaffen.

Im Gleichschritt mit den Systemoptimierungen wird nun auch der Umbau der Avitos GmbH in ein virtuelles IT-Versandhaus in Angriff genommen. Mit diesem Schritt, der mit der Um­stellung auf ein einheitliches Warenwirtschaftssystem überhaupt erst möglich wurde, werden erhebliche Kostenreduktionen realisiert. Die Avitos GmbH wird inskünftig über eine sehr kompetitive Kostenstruktur verfügen. Parallel zu dieser Neuausrichtung wird die österrei­chische Distributionsgesellschaft auf eine reine Verkaufsorganisation redimensioniert. Die heutigen logistischen Infrastrukturen werden aufgelöst, und die Belieferung der Kunden wird – gleich wie bei verschiedenen Konkurrenten – aus Deutschland erfolgen. Insgesamt werden diese Massnahmen einen Abbau von rund 40 Arbeitsplätzen zur Folge haben. Die mit dem Umbau und der Redimensionierung dieser beiden Gesellschaften verbundenen Kosten werden die Jahresrechnung 2005 zusätzlich belasten.

Die schweizerische Distributionsgesellschaft, die COS Memory AG und die beiden System­integrationsfirmen befinden sich auf Zielkurs und werden das laufende Geschäftsjahr voraus­sichtlich mit guten bis sehr guten Resultaten abschliessen. Im Hinblick auf die noch zu erwartenden Verluste der deutschen Distributionsgesellschaft und die anfallenden Redimen­sionierungskosten bei der Avitos GmbH und der österreichischen Distributionsgesellschaft müssen Verwaltungsrat und Gruppenleitung davon ausgehen, dass die Jahresrechnung mit einem Konzernverlust abschliessen wird, der über dem Zwischenergebnis der ersten neun Monate liegt.

Der Verwaltungsrat wird seine Aktivitäten auf dem Gebiet der Portfoliobewirtschaftung weiter vorantreiben. Sein besonderes Augenmerk gilt zur Zeit jedoch einer raschen und nachhalti­gen Rückführung der deutschen Distributionsgesellschaft in die Profitabilitätszone.
 

Für weitere Informationen:
Kurt Früh, Verwaltungsratpräsident
Markus Zurkirchen, Chief Financial Officer
Tel. +41 56 484 91 00
Medienstelle COS: Tel. +41 56 484 93 70  

Die 1973 gegründete COS Computer Systems AG Baden (SWX Valor 201382) ist eine schweizerische Beteiligungsholding im Informatiksektor. Das Portfolio umfasst zurzeit eine auf den internationalen Handel mit Speichermodulen spezialisierte Firma. COS versteht sich als Wachstumsfinanzierer für unternehmergeführte, mittelgrosse Firmen, welche mit entsprechender Kapitalausstattung eine überdurchschnittliche Wertsteigerung erzielen können.

« Zurück

Seite weiterempfehlen
Seite drucken

Impressum | 2010 COS Computer Systems AG/ I.P.S. Innovative Packaging Solutions AG