COS Halbjahresabschluss 2005 mit negativem Vorzeichen

COS Halbjahresabschluss 2005 mit negativem Vorzeichen

Unerwartete Margen- und Forderungsverluste bei der deutschen Distributionsgesellschaft. Systemintegrations- und Speichergeschäft als Ertragsstütze.

Baden, 29. Juli 2005 - Die COS Computer Systems AG, eine Beteiligungs-Holding für mittelgrosse Firmen aus dem IT-Umfeld, erzielte im zweiten Quartal 2005 einen Umsatz von CHF 232,7 Mio. (Vorjahr: CHF 224,6 Mio.). Kumuliert für die ersten sechs Monate beträgt der Umsatz CHF 511,1 Mio. (Vorjahr: CHF 513,9 Mio.). Auf Stufe EBIT weist die Gruppe für das zweite Quartal einen Betriebsverlust von CHF 1,9 Mio. aus (Vorjahr: Betriebsverlust von CHF 2,3 Mio.). Für das erste Halbjahr 2005 resultiert ein Betriebsverlust von CHF 0,8 Mio. (Vorjahr: Betriebsgewinn von CHF 0,3 Mio.). Nach Finanz- und Steueraufwand ergibt sich für das erste Semester 2005 ein Konzernverlust von CHF 2,3 Mio. (Vorjahr: Konzernverlust CHF 3,2 Mio.).

Wie erwartet bewegten sich die Verkäufe im traditionell umsatzschwachen Frühjahr bei den meisten Konzerngesellschaften etwas unter dem Niveau der Wintermonate. Mit CHF 232,7 Mio. lag der konsolidierte Gruppenumsatz im zweiten Quartal 2005 um 3,6% über dem Vorjahreswert. Diese Zunahme ist darauf zurückzuführen, dass die Avitos GmbH im Gegensatz zum Vorjahr für das gesamte zweite Quartal konsolidiert wurde (vollkonsolidiert seit 1. Juni 2004). Ohne diese Veränderung des Konsolidierungskreises wäre der Gruppenumsatz leicht rückläufig.

Die Margen konnten gegenüber dem ersten Quartal in einzelnen Fällen etwas verbessert werden. Während die Systemintegrationsfirmen, die COS Memory AG und die schweizerische Distributionsgesellschaft angemessene Bruttomargen erzielten, waren die von den Distributionsgesellschaften in Deutschland und Österreich erzielten Gewinnspannen nicht kostendeckend. Ende des Berichtsquartals haben neue, unerwartet hohe Forderungsausfälle im Exportgeschäft die ungenügende Rentabilität der deutschen Distributionsgesellschaft zusätzlich belastet. Als Folge davon sank der Bruttogewinn der Gruppe im zweiten Quartal 2005 auf CHF 12,9 Mio. (Vorjahr: CHF 13,1 Mio.); für das erste Halbjahr betrug er CHF 29,4 Mio. (Vorjahr: CHF 31,1 Mio.). Die Bruttogewinnmarge der ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres nahm auf 5,7% ab (Vorjahr: 6,0%).

Trotz einem gegenüber dem letztjährigen Vergleichsquartal um CHF 0,7 Mio. reduzierten Betriebsaufwand und Abschreibungen in nahezu unveränderter Höhe resultierte im zweiten Quartal 2005 auf Stufe EBIT ein Betriebsverlust von CHF 1,9 Mio. Da im ersten Quartal ein positives Betriebsergebnis von CHF 1,1 Mio. erwirtschaftet worden war, beträgt der Betriebsverlust kumuliert für die ersten sechs Monate des laufenden Jahres CHF 0,8 Mio. (Vorjahr: Betriebsgewinn CHF 0,3 Mio.). Infolge etwas geringerer Finanzaufwendungen und einer signifikant verminderten fiskalischen Belastung weist die Gruppe für das erste Halbjahr 2005 einen Konzernverlust von CHF 2,3 Mio. aus (Vorjahr: Konzernverlust CHF 3,2 Mio.).

Verglichen mit dem Jahresabschluss 2004 reduzierte sich die Bilanzsumme per 30. Juni 2005 um 8,1 % auf CHF 189,6 Mio. Das Eigenkapital nahm auf CHF 77,9 Mio. ab, und die Eigenkapitalquote liegt bei 41,1%. Der Personalbestand verringerte sich im zweiten Quartal um 8 Stellen auf 622 Mitarbeitende.

An der ordentlichen Generalversammlung der Aktionäre vom 12. Mai 2005 trat Reinhard Esser aus dem Verwaltungsrat zurück. Prof. Dr. Hugo Tschirky verzichtete nach Ablauf seiner Amtszeit auf eine Wiederwahl. An seiner Stelle wurde Daniel Gutenberg für eine zweijährige Amtszeit neu in den Verwaltungsrat gewählt. Am 24. Mai ist Hans Rudolf Herzog mit sofortiger Wirkung aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten. Der Verwaltungsrat der COS Computer Systems AG Baden umfasst nun fünf Mitglieder.

Der Geschäftsgang der Distributionsgesellschaften
Die Distributionsgesellschaften erzielten im ersten Halbjahr 2005 einen kumulierten Umsatz von CHF 467,5 Mio. (Vorjahr: CHF 467,2 Mio.). Als Folge des Verlustes bei der deutschen Distributionsgesellschaft sowie einer nach wie vor unbefriedigenden Ertragslage bei der österreichischen Distributionstochter und bei der auf den IT-Versandhandel spezialisierten Avitos GmbH resultierte auf Stufe EBIT im ersten Semester ein Betriebsverlust von CHF 1,2 Mio. (Vorjahr: Betriebsgewinn von CHF 1,0 Mio.).

Die COS Distribution AG in der Schweiz weist für das zweite Quartal einen Umsatz von CHF 29,5 Mio. (Vorjahr: CHF 31,7 Mio.) aus. Der Umsatz für das erste Halbjahr beträgt CHF 64,6 Mio. (Vorjahr: CHF 71,1 Mio.). Trotz des saisonal bedingt tieferen Umsatzes arbeitete das Unternehmen unverändert profitabel und liegt auf Budgetkurs, was hauptsächlich einer konsequenten Konzentration auf margenhaltigere Produkte zuzuschreiben ist.

Die COS Distribution AG in Deutschland erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von CHF 133,4 Mio. (Vorjahr: CHF 133,9 Mio.). Kumuliert für die ersten sechs Monate beläuft sich der Umsatz auf CHF 294,5 Mio. (Vorjahr: CHF 311,2 Mio.). Da in verschiedenen Produktsegmenten nur ungenügende Bruttomargen erzielt werden konnten, resultierte ein negatives Betriebsergebnis. Die Ertragslage wurde durch neue Forderungsausfälle im Exportgeschäft zusätzlich strapaziert. Dies hatte zur Folge, dass alle Exportaktivitäten dieser Gesellschaft eingestellt wurden.

Mit einem Umsatz von CHF 13,2 Mio. erfüllte die auf den IT-Versandhandel spezialisierte Avitos GmbH die Umsatzerwartungen. Auch der Halbjahresumsatz von CHF 26,9 Mio. liegt im Zielbereich. In Anbetracht des unverändert preisaggressiven Wettbewerbs musste das Unternehmen allerdings empfindliche Margenverluste in Kauf nehmen und weist für das zweite Quartal nach wie vor einen Betriebsverlust aus.

Die Vorbereitungsarbeiten für die im Sommer 2005 geplante Einführung des SAP-Moduls "Warenwirtschaft" bei der deutschen Distributionsgesellschaft und bei der Avitos GmbH wurden abgeschlossen. Die Systemumstellung ist nun anfangs Juli erfolgt. Die durch den Systemwechsel entstandenen Auswirkungen auf das Tagesgeschäft bewegten sich im erwarteten Rahmen. Die überwiegende Zahl der Bestellungen konnte ordnungsgemäss abgewickelt werden.

Die gegenüber dem Vorjahr erheblich redimensionierte COS Distribution GmbH in Österreich weist für das zweite Quartal einen Umsatz von CHF 10,3 Mio. aus (Vorjahr: CHF 9,2 Mio.). Der Umsatz für das erste Semester liegt mit CHF 22,1 Mio. (Vorjahr: CHF 22,2 Mio.) unter den Erwartungen. Auf Grund der unbefriedigenden Umsatzentwicklung sowie nach wie vor ungenügender Margen schloss die Firma auch das zweite Quartal mit einem negativen Betriebsergebnis ab.

Auch im zweiten Quartal vermochte die COS Memory AG mit einem Umsatz von CHF 37,2 Mio. (Vorjahr: CHF 31,8 Mio.) die Erwartungen deutlich zu übertreffen. Kumuliert für die ersten sechs Monate beträgt der Umsatz CHF 86,5 Mio. (Vorjahr: CHF 75,3 Mio.). Dank robuster Margen und einer hohen betrieblichen Effizienz erwirtschaftete das Unternehmen wiederum einen sehr soliden Betriebsgewinn. Zu diesem erfreulichen Resultat hat die im ersten Halbjahr in Taiwan eröffnete Einkaufsniederlassung bereits beigetragen.

Der Geschäftsgang der Systemintegrationsgesellschaften
Die Systemintegrationsgesellschaften weisen für das erste Halbjahr 2005 einen kumulierten Umsatz von CHF 44,5 Mio. aus (Vorjahr: CHF 45,3 Mio.). Trotz diesem leichten Umsatzrückgang konnte der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT auf CHF 1,2 Mio. (Vorjahr: CHF 0,9 Mio.) verbessert werden, was in erster Linie einem höheren Dienstleistungsanteil im Umsatzmix der COS Concat AG in der Schweiz zuzuschreiben ist.

Die Schweizer COS Concat AG erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von CHF 8,0 Mio. (Vorjahr: CHF 6,2 Mio.). und lag damit erneut auf Budgetkurs. Der Umsatz für das erste Halbjahr beläuft sich auf CHF 15,4 Mio. (Vorjahr: CHF 14,3 Mio.). Als Folge einer unverändert hohen Kostendisziplin und Effizienz vermochte das Unternehmen sein gesundes Rentabilitätsniveau zu halten.

Mit einem Umsatz von CHF 14,1 Mio. (Vorjahr: CHF 14,7 Mio.) liegt auch die COS Concat AG in Deutschland auf Zielkurs. Kumuliert für die ersten zwei Quartale beträgt der Umsatz CHF 29,2 Mio. (Vorjahr: CHF 31,1 Mio.). Die Ertragslage im zweiten Quartal war stabil, aber leicht unter dem Niveau des Vorquartals.

Ausblick
Mit der anfangs Juli erfolgten Einführung des SAP-Moduls "Warenwirtschaft" bei der deutschen Distributionstochter und bei der Avitos GmbH ist die Verschmelzung der Logistik dieser beiden Unternehmen grundsätzlich abgeschlossen. Jetzt gilt es, die bestehenden Synergiepotentiale konsequent zu nutzen und die möglichen Kosteneinsparungen zu realisieren. Bis sich jedoch sämtliche Prozesse und Abläufe wieder eingespielt haben, wird es noch einige Wochen dauern. Entsprechend wird für das dritte Quartal bei diesen beiden Gesellschaften ein reduzierter Umsatz erwartet.

Die beiden Systemintegrationsfirmen sowie die COS Memory AG und die schweizerische Distributionsgesellschaft befinden sich auf solidem Kurs und werden aller Voraussicht nach auch im dritten Quartal ein gutes Resultat erzielen. Andererseits ist davon auszugehen, dass die Distributionsgesellschaften in Deutschland, bedingt durch die in der SAP-Initialphase erwarteten Umsatzeinbussen, das dritte Quartal mit einem negativen Resultat abschliessen werden. Auch in Österreich wird sich das Steuer bis Ende September noch nicht herumreissen lassen. Der Verwaltungsrat und die Gruppenleitung erwarten deshalb für das dritte Quartal 2005 noch kein positives Resultat.

Verschiedene Massnahmen zur Verbesserung der Ertragslage bei den Distributionsgesellschaften in Deutschland und Österreich wurden bereits im ersten Halbjahr eingeleitet. Weitere Schritte werden in den nächsten Wochen folgen. Ferner wird der Verwaltungsrat seine Aktivitäten auf dem Gebiet der Portfoliobewirtschaftung fortsetzen. Im Vordergrund steht dabei die Erlangung einer gesunden und nachhaltigen Profitabilität.
 

Für weitere Informationen:
Kurt Früh, Verwaltungsratpräsident
Markus Zurkirchen, Chief Financial Officer
Tel. +41 56 484 91 00
Medienstelle COS: Tel. +41 56 484 93 70  

Die 1973 gegründete COS Computer Systems AG Baden (SWX Valor 201382) ist eine schweizerische Beteiligungsholding im Informatiksektor. Das Portfolio umfasst zurzeit eine auf den internationalen Handel mit Speichermodulen spezialisierte Firma. COS versteht sich als Wachstumsfinanzierer für unternehmergeführte, mittelgrosse Firmen, welche mit entsprechender Kapitalausstattung eine überdurchschnittliche Wertsteigerung erzielen können.

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