Jahresabschluss 2004 der COS Gruppe
Jahresabschluss 2004 der COS Gruppe
-- Verbesserung des operativen Leistungsausweises --
-- Profitables zweites Halbjahr 2004 --
Baden, 31. März 2005 - Die COS Computer Systems AG Baden erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2004 einen Umsatz von CHF 1'060,0 Mio. und lag damit um 4,2% über dem Vorjahreswert von CHF 1'017,1 Mio. Trotz hoher Kostendisziplin und verbesserten Bruttomargen gelang es der Gruppe nicht, die von der österreichischen Distributionsfirma und vom Online-Versandhaus Avitos GmbH verursachten Verluste und Kosten in der Höhe von insgesamt CHF 7,3 Mio. vollständig zu kompensieren. Die Erfolgsrechnung der Gruppe weist deshalb einen Verlust von CHF 2,2 Mio. aus.
Kennzahlen auf einen Blick
(in Mio. CHF, ausser für Personalbestand und Eigenkapital pro Aktie)
2004 | 2003 | +/- % | ||
|---|---|---|---|---|
Umsatz | Mio. CHF | 1'060,0 | 1'017,1 | + 4,2% |
Bruttoergebnis | Mio. CHF | 66,0 | 62,2 | + 6,1% |
EBIT | Mio. CHF | 3,1 | - 8,1 | n.a. |
Konzernergebnis vor Steuern | Mio. CHF | 0,8 | - 5,7 | n.a. |
Konzernergebnis nach Steuern | Mio. CHF | - 2,2 | - 8,9 | n.a. |
Cashflow | Mio. CHF | 6,2 | 5,5 | + 12,7% |
Eigenkapital | Mio. CHF | 80,1 | 82,8 | - 3,3% |
Eigenkapital pro Aktie | Mio. CHF | 42,41 | 43,88 | - 3,4% |
Personalbestand | 646 | 638 | + 1,3% | |
Die COS, eine Beteiligungs-Holding für Handels- und Dienstleistungs-unternehmen aus dem Informatiksektor, erzielte im Geschäftsjahr 2004 einen konsolidierten Umsatz von CHF 1'060,0 Mio. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von 4,2%. Unter Ausklammerung der Veränderungen im Konsolidierungskreis (Devestition Geschäftsbereich Remarketing, Akquisition Avitos GmbH) betrug der Umsatzzuwachs 2,3%.
Der Bruttogewinn konnte um 6,1% auf CHF 66,0 Mio. verbessert werden, was in erster Linie dem guten Abschneiden der COS Memory AG und der verbesserten Margensituation bei der Schweizer Distributionstochter zuzuschreiben ist. Hohe operative Verluste und Restrukturierungskosten bei der österreichischen Distributionsgesellschaft im ersten Halbjahr sowie Defizite und eine zeitlich vorgezogene Strukturbereinigung bei der seit dem Juni 2004 voll konsolidierten Online-IT-Handelsfirma Avitos GmbH führten auf Stufe EBIT zu einem Betriebsgewinn von noch CHF 3,1 Mio. (Vorjahr: Betriebsverlust von CHF 8,1 Mio.). Nach Abzug von Zinsen und Steuern schliesst die Jahresrechnung der Gruppe mit einem Verlust in der Höhe von CHF 2,2 Mio., was gegenüber dem Vorjahr (Verlust von CHF 8,9 Mio.) zwar eine Verbesserung darstellt, jedoch immer noch deutlich unter der Zielmarke liegt. Mit einer Eigenkapitalbasis von 38,8% der Bilanzsumme verfügt die COS über ein solides finanzielles Fundament.
"Trotz einem positiven operativen Gesamtergebnis im zweiten Halbjahr ist es uns als Folge der Verluste in Österreich im ersten Halbjahr und des Rückstellungsbedarfs für die Avitos GmbH nicht gelungen, auf Gruppenebene ein positives Resultat zu erwirtschaften," kommentierte Kurt Früh, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates, das Konzernergebnis.
Der Geschäftsgang 2004 in den einzelnen Gruppengesellschaften
Der Geschäftsbereich Distribution erzielte 2004 einen Umsatz von CHF 969,7 Mio. und übertraf damit das Vorjahresresultat um 5,5%. Rund zwei Drittel dieser Zunahme sind auf die Vollkonsolidierung der Avitos GmbH per 1. Juni 2004 zurückzuführen. Der Bruttogewinn nahm um 15,7% zu und belief sich auf CHF 48,2 Mio. Als Folge der im ersten Halbjahr akkumulierten Verluste in Österreich und der defizitär arbeitenden Avitos GmbH wies der Bereich auf Stufe EBIT mit CHF 2,9 Mio. ein unbefriedigendes Resultat aus.
Die COS Distribution AG in Deutschland musste ihre Marktposition in einem äusserst kompetitiven Umfeld verteidigen. Mit einem Umsatz von CHF 617,9 Mio. wurde das Vorjahresniveau um 2,6% verfehlt, und auch die Margen entwickelten sich leicht rückläufig. Dennoch erzielte das Unternehmen dank hoher Kosteneffizienz ein positives Ergebnis.
Die COS Distribution GmbH bei Wien erzielte einen Umsatz von CHF 47,2 Mio. und lag damit um 14,6% unter dem Vorjahreswert. Dieser Rückgang ist teilweise auf die im zweiten Quartal durchgeführte Redimensionierung und Sortimentsstraffung zurückzuführen. Hohe operative Verluste im ersten Semester 2004, die Kosten für die Restrukturierung des Unternehmens und ein immer noch leicht defizitäres Resultat im zweiten Halbjahr verursachten ein Minus von insgesamt CHF 4,4 Mio.
Mit CHF 141,3 Mio. lag der Umsatz der schweizerischen COS Distribution AG nur leicht über dem Vorjahreswert. Dem Unternehmen ist es aber gelungen, die Ertragskraft kontinuierlich zu steigern und erstmals seit mehreren Jahren ein positives Resultat zu erwirtschaften.
Die auf den Handel mit Speichermodulen und Flash-Speichern spezialisierte COS Memory AG glänzte wieder mit Bestleistungen. Der Umsatz stieg um 30,9% auf CHF 172,1 Mio. und der Ertrag erreichte ebenfalls eine neue Rekordmarke. Das Unternehmen zählt mittlerweile zu den führenden Spezialdistributoren für Speicherprodukte im deutschsprachigen Raum.
Die Avitos GmbH erzielte in der Periode vom 1. Juni bis 31. Dezember 2004 einen Umsatz von CHF 32,9 Mio. und lag damit nur leicht über dem Vorjahresniveau. Als Folge ungenügender Verkäufe resultierte allerdings ein Verlust in der Höhe von CHF 1,8 Mio. Aus diesem Grund wurde das Unternehmen früher als geplant an den nahe gelegenen Standort der deutschen Distributionsgesellschaft verlegt, was eine Auslagerung logistischer Aufgaben und einen entsprechenden Personalabbau möglich machte. Zur Deckung daraus resultierender Personalkosten und Mietverbindlichkeiten mussten Rückstellungen in der Höhe von CHF 1,1 Mio. gebildet werden.
Der Geschäftsbereich Systemintegration konnte mit einem Umsatz von CHF 90,1 Mio. gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 3,7% verzeichnen. Während der Bruttogewinn mit CHF 18,8 Mio. einen leichten Rückgang verzeichnete, lag der Ertrag auf Stufe EBIT mit CHF 2,7 Mio. um 58,3% über dem letztjährigen Ergebnis. Dieses erfreuliche Abschneiden ist einerseits verschiedenen Kostenoptimierungen und andererseits positiven Effekten aus den im Jahr 2003 verkauften Leasingaktivitäten zuzuschreiben.
Der Geschäftsgang der COS Concat AG in Deutschland profitierte von einem wesentlich freundlicheren Investitionsklima bei mittleren und grossen Unternehmen. Der Umsatz kletterte um 16,7% auf CHF 62,2 Mio., und die Firma erwirtschaftete nicht zuletzt auch dank einem konsequenten Kostenmanagement einen soliden Ertrag.
Vor dem Hintergrund der harzigen Nachfragesituation in der Schweiz vermochte die COS Concat AG in Wallisellen das Spitzenresultat des Vorjahres nicht ganz zu wiederholen, und der Umsatz nahm um 7,3% auf CHF 27,9 Mio. ab. Dennoch erzielte das Systemintegrationshaus einen sehr ansprechenden Ertrag.
Der Ausstieg aus dem Remarketing-Geschäft wurde im ersten Semester planmässig vollzogen. Da die in diesem Zusammenhang notwendigen Rückstellungen und Wertberichtigungen zu Lasten der Vorjahresrechnung getätigt wurden, hatte die Auflösung des Geschäftsbereichs nur einen marginalen Einfluss auf das Gruppenergebnis 2004.
Ausblick
Aufgrund der neuen strategischen Ausrichtung der COS-Gruppe wurden die Bereichsstrukturen per 1. Januar 2005 aufgelöst und damit die operative Eigenständigkeit der einzelnen Beteiligungsgesellschaften erhöht. Grundsätzlich werden sich alle COS-Firmen auf ein qualitatives Wachstum und eine robuste Profitabilität konzentrieren. Alle Unternehmen verfügen über die notwendigen Strukturen und Mittel, um ihre Ziele zu erreichen.
"Die Systemintegrationsfirmen und die COS Memory AG sind gut ins neue Jahr gestartet, während die Distributionsgesellschaften in den ersten zwei Monaten ihre Budgetziele verfehlten. Die mittelfristigen Aussichten für unsere Gesellschaften stimmen jedoch zuversichtlich. Da unsere schnelllebige Branche immer wieder von unvorhersehbaren Ereignissen beeinträchtigt wird, ist es zum heutigen Zeitpunkt noch verfrüht, eine verlässliche Prognose zur Ertragsentwicklung im laufenden Jahr zu machen," sagte Kurt Früh. Die Resultate für das erste Quartal 2005 werden am 29. April 2005 bekanntgegeben.
Veränderung im Verwaltungsrat
Auf das Datum der bevorstehenden Generalversammlung der Aktionäre wird Herr Reinhard Esser aus dem Verwaltungsrat zurücktreten, und Herr Prof. Dr. Hugo Tschirky wird sich nach Ablauf seiner Amtszeit nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Neu für die Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen wird Herr Daniel Gutenberg. Daniel Gutenberg war Gründer der Firma Gutenberg Communications Systems und darüber hinaus am Aufbau verschiedener, erfolgreicher Unternehmen im IT-Sektor beteiligt. Als Berater und Financier unterstützt er heute Startup- und Technologiefirmen.
Mit der Dezentralisierung operativer und strategischer Entscheidungsbefugnisse kommt den Verwaltungsräten der verschiedenen Beteiligungsgesellschaften eine wesentlich höhere Bedeutung zu. Aus diesem Grund wurde damit begonnen, diese Organe durch externe Persönlichkeiten mit spezifischem Know-how und guten Industriebeziehungen zu ergänzen.
Mit Andreas Dürst konnte ein ausgewiesener Branchenintimus für den Verwaltungsrat der COS Distribution AG in Mägenwil und den Aufsichtsrat der COS Distribution AG in Linden gewonnen werden. Herr Dürst war Geschäftsführer des Broadline-Distributors Techdata in Deutschland und vorher Geschäftsführer der Techdata in der Schweiz. Hanspeter Quadri, bis Ende 2004 CEO der Swisscom Enterprise Solutions AG und vorher bei der IBM Schweiz im Key-Account Management tätig, nimmt Einsitz im Verwaltungsrat der COS Concat AG in Wallisellen. Die beiden Herren werden dem Management der jeweiligen Firmen als Coaches und strategische Ratgeber zur Seite stehen.
Für weitere Informationen:
Kurt Früh, Verwaltungsratpräsident
Markus Zurkirchen, Chief Financial Officer
Tel. +41 56 484 91 00
Medienstelle COS: Tel. +41 56 484 93 70
Die 1973 gegründete COS Computer Systems AG Baden (SWX Valor 201382) ist eine schweizerische Beteiligungsholding im Informatiksektor. Das Portfolio umfasst zurzeit eine auf den internationalen Handel mit Speichermodulen spezialisierte Firma. COS versteht sich als Wachstumsfinanzierer für unternehmergeführte, mittelgrosse Firmen, welche mit entsprechender Kapitalausstattung eine überdurchschnittliche Wertsteigerung erzielen können.
