Restrukturierung in Österreich belastet COS Quartalsergebnis
Restrukturierung in Österreich belastet COS Quartalsergebnis
Baden, 30. Juli 2004 – Die COS-Gruppe, ein in ausgewählten Segmenten der Informatikbranche tätiges Handels- und Dienstleistungsunternehmen, erzielte im traditionell eher nachfrageschwachen zweiten Quartal 2004 einen Umsatz von CHF 224,6 Mio. Für das erste Halbjahr resultiert ein konsolidierter Umsatz von CHF 513,9 Mio. Damit übertrifft das im deutschsprachigen Europa tätige Unternehmen die vergleichbaren Vorjahreswerte im zweiten Quartal um 8,0% und im ersten Halbjahr sogar um 11,4%. Die Gründe für diese Umsatzsteigerung liegen hauptsächlich in einer spürbaren Belebung der Absatzmärkte für IT-Produkte. Die erstmals per 1. Juni in den Konsolidierungskreis der Gruppe integrierte Avitos GmbH trug ebenfalls zum Umsatzplus bei.
Die Gewinnspannen konnten im Geschäftsbereich Distribution punktuell verbessert werden, während die Margen im Bereich Systemintegration nachgaben. Entsprechend liegt die Bruttomarge für das erste Semester mit 6,0% leicht unter dem Vorjahreswert. Das negative operative Ergebnis (EBIT) der österreichischen Distributionsgesellschaft im ersten Semester von CHF -1,9 Mio. sowie die im Zusammenhang mit der im Mai eingeleiteten Redimensionierung notwendigen Restrukturierungsrückstellungen von rund CHF 1,8 Mio. belasten das Betriebsergebnis der Gruppe mit insgesamt CHF 3,7 Mio. Dadurch resultiert im zweiten Quartal auf Stufe EBIT ein Betriebsverlust von CHF 2,3 Mio. Kumuliert für das erste Halbjahr ergibt sich dennoch ein Betriebsgewinn von CHF 0,3 Mio.
Nach Berücksichtigung der Zinsen und einer Steuerbelastung von über CHF 2,0 Mio. sowie als Folge einer ungünstigen Wechselkursentwicklung weist die COS-Gruppe für das zweite Quartal 2004 ein negatives Konzernergebnis von CHF -3,7 Mio. aus. Gegenüber dem Vorjahresquartal stellt dies eine Verschlechterung in der Höhe von CHF 0,7 Mio. dar. Das negative Konzernergebnis für das erste Halbjahr ist hingegen mit CHF -3,2 Mio. leicht besser als der Vorjahreswert von CHF -3,4 Mio.
Die Bilanzsumme beträgt per Ende des zweiten Quartals CHF 187,9 Mio. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich gegenüber dem Wert per Ende 2003 von 36,5% auf 42,0%.
Als Folge des nun in allen Ländern vollzogenen Ausstiegs aus dem Remarketing-Geschäft sowie eines drastischen Stellenabbaus bei der Distributionsgesellschaft in Wien wurde die Belegschaft um 51 Mitarbeitende reduziert. Mit der Übernahme der Avitos GmbH stiessen jedoch 76 Mitarbeitende neu zur Gruppe. Per Saldo verzeichnete der Personalbestand gegenüber dem 1. Quartal 2004 eine Zunahme von 25 Mitarbeitenden und beträgt per Ende des ersten Semesters 627 Vollzeitstellen.
Der Ausstieg aus dem Remarketing-Geschäft konnte mit dem Verkauf der COS Remarketing (Schweiz) AG per 30. Juni 2004 in allen wesentlichen Punkten abgeschlossen werden. Sowohl die bereits angefallenen als auch die noch zu erwartenden Kosten im Zusammenhang mit diesem Ausstieg sind nach heutiger Einschätzung vollumfänglich durch Rückstellungen gedeckt, die zu Lasten der Vorjahresrechnung gebildet wurden.
Geschäftsbereich Distribution
Vor dem Hintergrund einer generell lebhafteren Nachfrage vermochte der Geschäftsbereich Distribution im ersten Halbjahr 2004 die Verkäufe gegenüber dem Vorjahr deutlich zu steigern und erzielte einen Umsatz von CHF 467,2 Mio. (Vorjahr: CHF 416,9 Mio.). Zu dieser Umsatzsteigerung trug auch das per 1. Juni integrierte Internet-Handelshaus Avitos GmbH mit rund CHF 4,5 Mio. bei. Trotz hoher operativer Verluste sowie anfallenden Restrukturierungskosten in Österreich resultiert auf Stufe EBIT im ersten Semester ein Betriebsgewinn von CHF 1,0 Mio. (Vorjahr: Verlust von CHF 1,5 Mio.).
Die deutsche Distributionsgesellschaft erreichte auch im zweiten Quartal sowohl ihre Umsatz- als auch Ertragsziele und liegt unverändert auf Budgetkurs. Wiederum zahlte sich die sorgfältige und kontinuierliche Sortimentspflege aus, konnten doch die Margen in zahlreichen Produktsegmenten verbessert werden.
Die Resultate der Assembliergesellschaft Topedo GmbH in Linden/D entsprechen ebenfalls den Erwartungen. Die Gesellschaft rechnet mit einem positiven Ergebnis für das laufende Geschäftsjahr.
Die auf den Handel mit Speichermodulen spezialisierte COS Memory AG liegt nach dem ersten Halbjahr deutlich über den Budgetzielen und leistet wiederum einen namhaften Beitrag zum Bereichsergebnis. Mitverantwortlich für das gute Abschneiden ist eine markante Absatzzunahme bei den Flash-Speichern.
Die COS Distribution AG in der Schweiz erreichte auch im zweiten Quartal sämtliche Budgetziele und ist auf bestem Weg, bereits im laufenden Geschäftsjahr ein ausgeglichenes operatives Ergebnis ausweisen zu können.
In Anbetracht der hohen operativen Verluste bei der österreichischen Distributionstochter wurde ein massiver Stellenabbau unumgänglich. So entschied die Konzernleitung im Mai, den Personalbestand um rund die Hälfte zu reduzieren. Gleichzeitig erfuhr das Sortiment eine starke Straffung. Diese Massnahmen, welche eine Restrukturierungsrückstellung von CHF 1,8 Mio. erforderten, werden bereits im dritten Quartal ergebniswirksam und sollen die notwendigen Voraussetzungen schaffen, um den bisherigen Cash Drain in Österreich nachhaltig zu stoppen.
Die Übernahme der Anteilsmehrheit an der Avitos GmbH in Linden/D wurde auf den 1. Juni 2004 abgeschlossen. 96 Prozent des Internet-Retailers für Informatikprodukte befinden sich nun im Besitz der COS. Die Gesellschaft wird seit dem 1. Juni voll konsolidiert (Geschäftsbereich Distribution). Das Unternehmen rechnet mit einem ausgeglichenen operativen Ergebnis für das zweite Halbjahr 2004.
Geschäftsbereich Systemintegration
Der Geschäftsbereich Systemintegration konnte die Verkäufe gegenüber dem Vorjahr steigern und weist für das erste Halbjahr 2004 einen Umsatz von CHF 45,3 Mio. aus (Vorjahr: CHF 40,4 Mio.). Tiefere Dienstleistungserträge wie auch die fehlenden Einnahmen aus der im 3. Quartal 2003 verkauften Leasingvermittlung führten zu einer Abnahme der Bruttomarge des ersten Semesters auf 20,0% (Vorjahr: 23,5%). Auf Stufe EBIT erwirtschaftete der Bereich einen Ertrag von CHF 0,9 Mio. (Vorjahr: CHF 0,7 Mio.).
Die COS Concat AG in der Schweiz konnte dank ihrer sehr guten Marktposition weitere attraktive Projekte gewinnen. Sowohl Umsatz wie Ertrag entsprechen erneut den Zielvorgaben. Auch der aktuelle Auftragsvorrat liegt deutlich über dem Vorjahreswert.
Die Resultate der COS Concat AG in Deutschland liegen immer noch etwas unter den Erwartungen. Zwar gewann das Unternehmen einige Grossaufträge, musste aber in Anbetracht der branchenweit gedrückten Margen Abstriche bei der Profitabilität vornehmen. Trotzdem trägt die deutsche Systemintegrations-Tochter positiv zum Gruppenergebnis bei und geht aufgrund der guten Auftragslage davon aus, die Jahresziele erreichen zu können.
Geschäftsbereich Remarketing
Der anfangs Jahr angekündigte Ausstieg aus dem Remarketing-Geschäft ist in allen wesentlichen Punkten abgeschlossen. Während die britische Remarketing-Gesellschaft bereits im ersten Quartal im Rahmen eines Management-Buy-outs veräussert werden konnte, wurde per 30. Juni 2004 nun auch die COS Remarketing (Schweiz) AG an das Management verkauft. Die Tätigkeiten in Frankreich wurden mangels eines Käufers eingestellt, sämtliche Aktiven sind zwischenzeitlich veräussert worden. Die Aktivitäten in Deutschland sind ebenfalls eingestellt worden.
Der Umsatz des Geschäftsbereichs Remarketing belief sich im ersten Halbjahr 2004 auf noch CHF 3,4 Mio. Auf Stufe EBIT resultierte ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis. Die im Zusammenhang mit dem Ausstieg angefallenen und noch zu erwartenden Kosten sind nach heutiger Einschätzung ausreichend durch Rückstellungen gedeckt und werden demzufolge keine Auswirkungen auf künftige Resultate der Gruppe haben.
Ausblick
Mit dem Vollzug des Ausstieges aus dem Remarketing-Geschäft sowie der Restrukturierung der österreichischen Distributionsgesellschaft sind die Verlustquellen der Vergangenheit beseitigt. Die Rückkehr zu einer nachhaltigen Profitabilität, das oberste operative Ziel der Gruppe für das laufende Jahr, sollte damit gewährleistet sein. Aufgrund der eher schwächeren Sommermonate wird auch für das 3. Quartal ein negatives kumuliertes Ergebnis erwartet.
„Die unvorhergesehene drastische Restrukturierung der österreichischen Distributionstochter erschwert die vollumfängliche Erreichung der ursprünglichen Zielsetzungen“, kommentierte Kurt Früh, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates. „Wir setzen aber alles daran, dass das laufende Jahr durch die Gewinne des zweiten Halbjahres positiv abgeschlossen werden kann“, meinte er weiter.
Für weitere Informationen:
Kurt Früh, Verwaltungsratpräsident
Markus Zurkirchen, Chief Financial Officer
Tel. +41 56 484 91 00
Medienstelle COS: Tel. +41 56 484 93 70
Die 1973 gegründete COS Computer Systems AG Baden (SWX Valor 201382) ist eine schweizerische Beteiligungsholding im Informatiksektor. Das Portfolio umfasst zurzeit eine auf den internationalen Handel mit Speichermodulen spezialisierte Firma. COS versteht sich als Wachstumsfinanzierer für unternehmergeführte, mittelgrosse Firmen, welche mit entsprechender Kapitalausstattung eine überdurchschnittliche Wertsteigerung erzielen können.
