Jahresabschluss 2003 der COS Gruppe

Jahresabschluss 2003 der COS Gruppe

-- Rückzug aus Remarketing-Geschäft akzentuiert Konzernverlust --
-- Geschäftsportfolio für 2004 auf Ertragskurs getrimmt --

Baden, 1. April 2004 - Die COS Computer Systems AG weist für ihr Geschäftsjahr 2003 einen gegenüber dem Vorjahr um 3,4% rückläufigen Umsatz von CHF 1'017,1 Mio. aus. Als Folge des stark negativen Ergebnisses im Bereich Remarketing schrieb das Unternehmen einen Reinverlust von CHF 8,9 Mio.

Kennzahlen auf einen Blick

 2003

2002

+/- %

Umsatz

Mio. CHF

1'017,1

1'053,1

-3,4

Bruttoergebnis

Mio. CHF

62,2

72,2

-13,9

EBIT

Mio. CHF

-8,1

5,1

-258,8

Konzernergebnis vor Steuern

Mio. CHF

-5,7

3,0

-290,0

Konzernergebnis nach Steuern

Mio. CHF

-8,9

0,1

n.a.

Eigenkapital 

Mio. CHF

82,8

89,2

-7,2

Eigenkapital pro Aktie

Mio. CHF

43,88

47,24

-7,1

Personalbestand

638

690

-7,5

Die COS-Gruppe, ein Handels- und Dienstleistungsunternehmen im Informatiksektor, erzielte im Geschäftsjahr 2003 einen konsolidierten Umsatz von CHF 1'017,1 Mio. Gegenüber dem Vorjahreswert von CHF 1'053,1 entspricht dies einem Rückgang von 3,4%. Währungsbereinigt betrug die Umsatzverminderung 6,2%. Die Gründe für diesen leichten Umsatzrückgang liegen einerseits in der fortschreitenden Preiserosion im IT-Markt, andererseits bei einer konjunkturbedingt schwachen Nachfrage nach IT-Produkten und -Dienstleistungen.

Da der harte Verdrängungswettbewerb zu einem grossen Teil auf der Preisebene ausgefochten wurde, erhöhte sich der Druck auf die Margen. Dies führte zu einer Abnahme des Bruttogewinns um 13,9% auf CHF 62,2 Mio. Verluste bei der schweizerischen und der österreichischen Distributionsgesellschaft, ein stark defizitärer Remarketing-Bereich sowie ausserordentliche Kosten im Zusammenhang mit dem Ausstieg aus diesem Geschäft führten auf Stufe EBIT zu einem Betriebsverlust von CHF 8,1 Mio. Nach Abzug von Zinsen und Steuern schliesst die Jahresrechnung der Gruppe mit einem Verlust in der Höhe von CHF 8,9 Mio. Die COS-Gruppe verfügt nach wie vor über eine gesunde Eigenkapitalbasis von 36,5% der Bilanzsumme.

"Während die Distributionsgesellschaft in der Schweiz, lange Zeit unser Sorgenkind Nummer eins, wieder einen stabilen Aufwärtstrend aufzeigt, haben das schlechte Abschneiden der Distribution in Österreich sowie die enormen Verluste im Remarketing-Bereich zu einem ingesamt sehr unerfreulichen Resultat geführt. Mit der in den letzten Monaten umgesetzten Bereinigung unseres Geschäftsportfolios haben wir eine veränderte Ausgangslage geschaffen. Sie wird eine baldige und nachhaltige Verbesserung der Profitabilität der Gruppe ermöglichen," kommentierte Kurt Früh, Präsident des Verwaltungsrates, das Konzernergebnis.

Der Geschäftsgang 2003 in den einzelnen Tätigkeitsbereichen
Der Geschäftsbereich Distribution erzielte 2003 einen Umsatz von CHF 919,4 Mio. und verfehlte damit das Vorjahresresultat um 3,0%. Dieser Rückgang reflektiert die flaue Konjunkturlage während den ersten neun Monaten des Berichtsjahres. Als Folge eines verstärkten Drucks auf die Margen verzeichnete der Bruttogewinn einen Rückgang um 11,5% und belief sich auf CHF 41,7 Mio. Trotz den in allen Gesellschaften umgesetzten Massnahmen zur weiteren Kostenreduktion führte der tiefere Bruttogewinn auch zu einem Rückgang des Betriebsergebnisses. Entsprechend lag das Resultat auf Stufe EBIT mit CHF 1,15 Mio. deutlich unter dem Vorjahreswert von CHF 3,9 Mio.

Die deutsche COS Distribution AG vermochte sich im rauhen Marktumfeld gut zu behaupten und gewann weitere Marktanteile. Mit CHF 634,2 Mio. konnte der Umsatz auf Vorjahresniveau gehalten werden. Trotz leicht rückläufiger Bruttomarge erwirtschaftete das Unternehmen einen ansprechenden Gewinn. Nach fast einjähriger Bauzeit wurde im August das automatisierte Kleinteilelager in Betrieb genommen. Das mit einem Investitionsaufwand von CHF 4,5 Mio. errichtete System zeigt bereits die erwarteten Produktivitätverbeserungen bei der Abwicklung von Kleinlieferungen.

Die Distributionstochter in der Schweiz hat im Berichtsjahr zahlreiche der noch vor Jahresfrist bestehenden strukturellen Schwierigkeiten überwunden. Hauptsächlich als Folge des unerwartet starken Nachfragerückgangs im zweiten und dritten Quartal gelang es dem Unternehmen jedoch noch nicht, die Budgetvorgaben ganz zu erfüllen. Gegenüber dem Vorjahr nahm der Umsatz um 2,1% auf CHF 140,7 Mio. zu. Gleichzeitig konnte der Verlust markant reduziert werden. Die Entwicklung von Umsatz und Profitabilität zeigt einen stabilen Aufwärtstrend, so dass für das laufende Geschäftsjahr ein zumindest ausgeglichenes operatives Ergebnis erwartet werden darf.

Die Distributionsgesellschaft in Wien hatte zusätzlich zur flauen Nachfrage mit grossen internen Strukturproblemen zu kämpfen. Dies führte dazu, dass sich der Umsatz nicht wie geplant entwickelte. Mit CHF 55,3 Mio. musste die COS Distribution GmbH im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang von 44,4% hinnehmen. Ähnlich negativ entwickelte sich auch die Bruttomarge, weshalb die Distributionstochter in Wien das Berichtsjahr mit einem beachtlichen Verlust abschloss.

Die auf den Handel mit Speichermodulen und Flash-Speichern spezialisierte COS Memory AG zählte wiederum zu den ertragsstärksten Gesellschaften der Gruppe. Obwohl sich der Umsatz mit CHF 131,5 Mio. als Folge der weltweit anhaltenden Preiserosion erneut leicht rückläufig entwickelte, vermochte das Unternehmen die Profitabilität auf einem ansprechenden Niveau zu halten. Mit dem frühzeitigen und konsequenten Einstieg in den Handel mit Flash-Speichern, unter anderem auch durch den Aufbau einer retailfähigen Eigenmarke, hat das Unternehmen eine führende Stellung in diesem Teilsegment erobert.

Mit CHF 86,9 Mio. verzeichnete der Geschäftsbereich Systemintegration im Vergleich zum Vorjahr einen um 9,5% rückläufigen Umsatz. Demgegenüber nahm der Bruttogewinn um 4,3% zu und erreichte CHF 19,6 Mio. Dass der Gewinn auf Stufe EBIT mit CHF 1,7 Mio. dennoch deutlich unter dem Vorjahreswert lag, ist in erster Linie den schwierigen Marktverhältnissen in Deutschland zuzuschreiben.

Der Geschäftsgang der deutschen COS Concat AG wurde von den ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Mitleidenschaft gezogen. Die branchenweite Flaute verschärfte auch im Systemintegrationsgeschäft den Preisdruck ganz erheblich. Der unerwartet schlechte Auftragseingang im zweiten und dritten Quartal machte eine Reihe von Massnahmen zur Kostenreduktion unerlässlich. So wurde die Niederlassung in Hannover geschlossen und der Personalbestand reduziert. Erst ab dem 4. Quartal verzeichnete der Geschäftsgang wieder eine steigende Tendenz.

Trotz schwierigen Marktbedingungen gelang es der COS Concat AG in der Schweiz, die Budgetvorgaben deutlich zu übertreffen. Eine hohe Flexibilität, schlanke Strukturen sowie erstklassige Referenzen sicherten dem Unternehmen eine hohe Auslastung mit interessanten Projekten, und dies bei unverändertem Personalbestand.

Trotz den im Vorjahr erzielten Rationalisierungseffekten schaffte der auf die Rücknahme, die Aufbereitung und den Weiterverkauf gebrauchter Computerhardware spezialisierte Geschäftsbereich Remarketing den Schritt über die Break-even-Schwelle nicht. Im Gegenteil: Mit einem Umsatz von CHF 16,3 Mio. erzielte der Bereich im Berichtsjahr das schlechteste operative Resultat seit seinem Bestehen. Entsprechend lag der Bruttogewinn mit CHF 3,0 Mio. um mehr als die Hälfte unter dem Vorjahresergebnis. In Anbetracht der desolaten Ertragssituation ordnete der Verwaltungsrat Anfang 2004 einen geordneten und vollständigen Rückzug aus dem Remarketing-Geschäft an. In diesem Zusammenhang wurden Goodwill-Abschreibungen sowie Rückstellungen getätigt, welche das Bereichsergebnis mit rund CHF 4,6 Mio. belasteten. Insgesamt resultierte im Geschäftsbereich Remarketing ein Betriebsverlust von CHF 8,4 Mio.

Ausblick
Die COS-Gruppe wird sich im Jahr 2004 auf die Sicherstellung einer nachhaltigen und robusten Rentabilität ihres Distributions- und Systemintegrationsgeschäfts konzentrieren. Konzernleitung und Verwaltungsrat gehen davon aus, dass die Gruppe wieder eine positives Resultat erzielen wird.

"Wir rechnen zumindest vorübergehend mit einer leichten Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Mit Ausnahme der Distributionsgesellschaft in Österreich sind gegenwärtig alle operativen Gesellschaften auf Budgetkurs," sagte Kurt Früh. Die Resultate für das erste Quartal 2004 werden am 30. April 2004 bekanntgegeben.

Veränderung im Verwaltungsrat
Dr. Rolf A. Meyer wird auf das Datum der Generalversammlung der Aktionäre (13. Mai 2004) auf eigenen Wunsch aus dem Verwaltungsrat zurücktreten. Damit reduziert sich der Verwaltungsrat auf sieben Mitglieder.
 

Für weitere Informationen:
Kurt Früh, Verwaltungsratpräsident
Markus Zurkirchen, Chief Financial Officer
Tel. +41 56 484 91 00
Medienstelle COS: Tel. +41 56 484 93 70  

Die 1973 gegründete COS Computer Systems AG Baden (SWX Valor 201382) ist eine schweizerische Beteiligungsholding im Informatiksektor. Das Portfolio umfasst zurzeit eine auf den internationalen Handel mit Speichermodulen spezialisierte Firma. COS versteht sich als Wachstumsfinanzierer für unternehmergeführte, mittelgrosse Firmen, welche mit entsprechender Kapitalausstattung eine überdurchschnittliche Wertsteigerung erzielen können.

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