COS trimmt Geschäftsportfolio auf Ertragskurs
COS trimmt Geschäftsportfolio auf Ertragskurs
Griff nach starker Marktposition im Internethandel mit IT-Produkten
Ausstieg aus dem Remarketing-Geschäft
Vorschau auf Jahresabschluss 2003
Baden, 18. Februar 2004 – Die COS Computer Systems AG in Baden zieht sich aus dem defizitären Geschäftsfeld der Wiedervermarktung gebrauchter IT-Hardware zurück. Zur Stärkung ihrer Absatzkanäle beabsichtigt das Unternehmen, die Mehrheitsbeteiligung an dem auf IT-Produkte spezialisierten, deutschen Internet-Handelshaus Avitos GmbH zu übernehmen. Für den Jahresabschluss 2003 rechnet COS mit einem Umsatzrückgang von 3,5% sowie mit einem Verlust in der Grössenordnung von CHF 8,9 Mio., der sich zum grössten Teil aus Restrukturierungskosten und operativen Verlusten des Bereichs Remarketing zusammensetzt.
Der Verwaltungsrat der COS Computer Systems AG hat anlässlich seiner heutigen Sitzung beschlossen, das Geschäftsportfolio der COS auf die zwei Bereiche Distri¬bution und Sytemintegration zu konzentrieren und damit die Ertragsaussichten des Konzerns nachhaltig zu verbessern. Folglich wird sich die COS-Gruppe aus dem nach wie vor verlustreichen Remarketing-Geschäft zurückziehen. Dies führt zu ausserordentlichen Goodwill-Abschreibungen in den Höhe von CHF 1,7 Mio. sowie Wertberichtigungen im Umfang von knapp CHF 3 Mio., welche die Jahresrechnung 2003 zusätzlich belasten. Das Remarketing-Geschäft, welches auch im 4. Quartal stark defizitär war, hat damit mehrheitlich den konsolidierten Verlust verursacht. Die Konzernleitung hat den Auftrag, für die Remarketing-Gesellschaften in Frankreich, Grossbritannien und in der Schweiz geeignete Lösungen zu finden. Im Vordergrund stehen dabei Verkäufe an das lokale Management (MBO). Die Remarketing-Tochter in Deutschland wird per Ende März 2004 geschlossen.
"Das Angebot an gut vermarktbaren Gebrauchtgeräten ist unverändert knapp. In Anbetracht dieser Marktsituation haben wir unsere strategische Ausrichtung hinter¬fragt," sagte Kurt Früh, VR-Präsident der COS. "Da eine rasche und nachhaltige Verbesserung der Rentabilität absolut oberste Priorität hat, werden wir uns künftig auf die Bereiche Distribution und Systemintegration konzentrieren," ergänzte Früh.
Mehrheitsbeteiligung an der Avitos GmbH
Das Portal der Avitos GmbH zählt zu den grössten Internet-Retailern für Informatik¬produkte Deutschlands und erzielte 2003 einen Umsatz von rund CHF 55 Mio. Der heutige Mehrheitseigner hat nun entschieden, seine Beteiligung zu veräussern. Die COS-Gruppe will die Chance nutzen und vom bestehenden Vorkaufsrecht Gebrauch machen, um die bisherige Beteilung an der Avitos GmbH von 31,35% zu einer Mehrheitsbeteiligung von über 90% auszubauen. Entsprechende Verhandlungen mit dem Verkäufer sollen in den nächsten Wochen zum Abschluss kommen.
"Die Bedeutung des Internets als zusätzlicher Absatzkanal zum bereits etablierten Handel hat für die von uns vertretenen Hersteller in den letzten Jahren stark zuge¬nommen," kommentiert Kurt Früh den Beschluss des Verwaltungsrates. "Im eTail-Bereich haben sich mittlerweile klare Nutzerstrukturen herauskristallisiert. Diese zeigen, dass unsere fachhandelsorientierte Distribution im KMU-Segment einem verstärkten Engagement im eTail-Geschäft nicht im Wege steht, sondern vielmehr eine sinnvolle Ergänzung dazu darstellt," präzisierte er.
Redimensionierte Konzernleitung
Im Zusammenhang mit dem geplanten Rückzug aus der Wiedervermarktung sowie als Konsequenz gruppenweit umgesetzer Kosteneinsparungen wird die Konzern¬leitung von fünf auf drei Mitglieder redimensioniert. Markus Blumenthal, Leiter des Geschäftsbereichs Remarketing, wird das Unternehmen per Ende Februar 2004 verlassen. Im Weiteren übernahm CEO Roland Apelt von Dexter McGinnis die Leitung des Geschäftsbereichs Systemintegration. McGinnis wird sich vollumfänglich dem weiteren Aufbau des deutschen Systemintegrations-Geschäfts widmen.
Vorschau auf Jahresabschluss 2003
Auf der Basis ungeprüfter Abschlusszahlen musste die COS-Gruppe im vergangenen Jahr in allen Geschäftbereichen konjunkturbedingte Umsatzeinbussen hinnehmen. Dementsprechend nahm der Gruppenumsatz um 3,5 % auf CHF 1,017 Mia. ab. Trotz einer spürbaren Belebung des Geschäftsgangs im 4. Quartal sowie ausserordent¬lichen Effekten aus dem Verkauf der Immobilien in Baden-Dättwil konnten die in den ersten drei Quartalen kumulierten Verluste erwartungsgemäss nicht kompensiert werden. In Anbetracht der vorgenannten, ausserordentlichen Kosten im Zusammen¬hang mit dem Ausstieg aus dem Remarketing-Geschäft rechnet der Verwaltungsrat für den Jahresabschluss 2003 mit einem Verlust in der Höhe von CHF 8,9 Mio.
Als Folge des Verkaufs von betrieblich nicht mehr benötigten Liegenschaften konnte die Verschuldung des Konzern deutlich reduziert werden. Im Weiteren verfügt die Gruppe über eine gesunde Liquidität. Der Personalbestand wurde 2003 im Rahmen gruppenweiter Massnahmen zur Kostenreduktion von 690 auf 638 Vollzeitstellen reduziert.
Die vollständige und geprüfte Jahresrechnung 2003 der COS-Gruppe wird anlässlich der Bilanz-Medienkonferenz vom 1. April 2004 veröffentlicht.
Für weitere Informationen:
Kurt Früh, Verwaltungsratpräsident
Markus Zurkirchen, Chief Financial Officer
Tel. +41 56 484 91 00
Medienstelle COS: Tel. +41 56 484 93 70
Die 1973 gegründete COS Computer Systems AG Baden (SWX Valor 201382) ist eine schweizerische Beteiligungsholding im Informatiksektor. Das Portfolio umfasst zurzeit eine auf den internationalen Handel mit Speichermodulen spezialisierte Firma. COS versteht sich als Wachstumsfinanzierer für unternehmergeführte, mittelgrosse Firmen, welche mit entsprechender Kapitalausstattung eine überdurchschnittliche Wertsteigerung erzielen können.
