COS muss im 3. Quartal nochmals Verlust hinnehmen
COS muss im 3. Quartal nochmals Verlust hinnehmen
Erholung der operativen Ertragskraft in Sicht
Baden, 31. Oktober 2003 - Die COS-Gruppe, ein führendes Handels- und Dienstleistungsunternehmen im Informatiksektor, erlitt im dritten Quartal 2003 einen Konzernverlust von CHF 2,4 Mio. Dieser wurde durch die nachfrageschwachen Sommermonate Juli und August verursacht, denn ab September schrieb die Gruppe wieder schwarze Zahlen. Darüber hinaus gelang es trotz anhaltend starkem Verdrängungswettbewerb, eine weitere Margenerosion zu stoppen. Dank effizienten Betriebsstrukturen und der starken Marktposition vermochte die COS-Gruppe - allen voran im Distributionsgeschäft - ihre Marktanteile zu halten oder gar leicht zu erweitern. Dessen ungeachtet werden die bisherigen Massnahmen zur Kostenreduktion und Effizienzsteigerung weiterhin beharrlich vorangetrieben.
Im dritten Quartal (1.7. - 30.9.) erzielte die Gruppe einen konsolidierten Umsatz von CHF 250,8 Mio. Für die Periode vom 1. Januar bis 30. September betrug der Umsatz CHF 712,0 Mio. Gegenüber den ersten neun Monaten des Vorjahres verminderte sich der kumulierte Umsatz um 5,2%. Die spürbare Erholung an der Verkaufsfront im September gibt erste Anzeichen für ein regeres Jahresend-Geschäft.
Die Gruppe erzielte im dritten Quartal eine Bruttomarge von 6,3%, was gegenüber den 5,9% des zweiten Quartals eine leichte Verbesserung darstellt. Kumuliert für die ersten neun Monate betrug die Bruttomarge 6,3% und lag damit immer noch deutlich unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von 6,8%. Die bereits im ersten Halbjahr eingeleiteten Massnahmen zur Kostensenkung beginnen zu greifen. So nahm der Betriebsaufwand in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahr um 2,5% auf CHF 44,6 Mio. ab. Trotzdem reichte die Bruttomarge noch nicht zur Deckung des Betriebsaufwands aus. Auf Stufe EBIT resultierte ein Quartalsverlust von CHF 0,9 Mio. (Vorjahr: Betriebsverlust von CHF 2,2 Mio.); für die ersten neun Monate beläuft sich der Betriebsverlust auf CHF 4,3 Mio. Unter Berücksichtigung des Finanzerfolgs und der Steuern ergibt sich für das dritte Quartal ein Konzernverlust von CHF 2,4 Mio., kumuliert für die ersten drei Quartale ein negatives Ergebnis von CHF 5,8 Mio.
Per Ende des dritten Quartals nahm die Bilanzsumme gegenüber dem Abschluss per Ende 2002 um 2,0% auf CHF 209,6 Mio. ab. Als Folge der bis Ende September 2003 kumulierten Verluste reduzierte sich die Eigenkapitalquote im selben Zeitraum von 41,7% auf 40,7%. Die in den letzten Wochen bekannt gegebenen Verkäufe des Immobilienbesitzes in Baden-Dättwil werden erst im vierten Quartal wirksam. Diese Vorgänge werden sich positiv auf die Liquidität, die Erfolgsrechnung und die Eigenkapitalquote auswirken.
Obschon die Umsatzzahlen des Septembers erste Indizien für eine Erholung der Marktsituation liefern, hält die COS-Gruppe an den eingeleiteten Massnahmen zur Kostenreduktion fest. Im Berichtsquartal konnte der Mitarbeiterbestand um weitere 18 Stellen gekürzt werden.
Die gruppenweite Einführung der SAP-Systeme verläuft weiterhin wie beabsichtigt. Die österreichische Distributions-Gesellschaft hat noch vor den Sommerferien das Modul Warenwirtschaft implementiert und nimmt gegenwärtig letzte Anpassungen vor. Ebenfalls im Sommer wurde bei der deutschen COS Memory AG das Modul Finanz- und Rechnungswesen eingerichtet. Bis Ende Jahr werden alle Distributions-Gesellschaften in der Schweiz und in Deutschland mit diesem Modul ausgerüstet sein. Gleichzeitig wird die Einführung der Warenwirtschaftsmodule vorbereitet. Die Erfahrungen in Österreich stimmen zuversichtlich, dass die SAP-Module in den anderen Gesellschaften ohne nennenswerte Probleme und plangemäss bis Mitte 2004 integriert werden können.
Geschäftsbereich Distribution
Der Geschäftsbereich Distribution erzielte in den ersten neun Monaten 2003 einen Umsatz von CHF 644,8 Mio. (Vorjahr: CHF 669,2 Mio.). Der ausgeprägt harte Verdrängungswettbewerb in allen Märkten führte zu einer weiteren Reduktion der Margen. Dieser Trend konnte im September gestoppt werden. Dank anhaltender Kostendisziplin vermochte der Geschäftsbereich im dritten Quartal auf Stufe EBIT einen moderaten Gewinn zu erwirtschaften. Für die ersten neun Monate resultierte aber auf Stufe EBIT immer noch ein Verlust von CHF 1,2 Mio. (Vorjahr: Gewinn von CHF 1,5 Mio.).
Die COS Distribution AG in der Schweiz spürte das harte Marktumfeld, befindet sich aber auf Kurs und konnte ihre Marktposition weiter festigen. Für das laufende Jahr wird mit einem Verlust gerechnet, der etwas über dem erwarteten Rahmen liegt. Vorausgesetzt, dass sich die Marktsituation nicht weiter verschlechtert, muss der finanzielle Turnaround im nächsten Geschäftsjahr gelingen.
In Deutschland kämpft die gesamte Branche mit harten Bandagen um Marktanteile. Bereits vermochten einige mittelgrosse Anbieter diesem Druck nicht mehr stand zu halten und mussten ihre Aktivitäten einstellen. Der COS Distribution AG in Deutschland hingegen ist es gelungen, rasch auf die Marktveränderungen zu reagieren und so ihre Marktposition weiter auszubauen. Die ehrgeizigen Umsatz- und Ertragsziele konnte sie nicht erreichen, wies aber per 30. September 2003 einen zufrieden stellenden Betriebsertrag aus.
Die COS Distribution GmbH in Österreich blieb von den rauen Markverhältnissen ebenfalls nicht verschont und musste per 30. September einen schmerzlichen Verlust in Kauf nehmen. Mit einem neuen Management und gestärkten Strukturen - und namentlich auch dank der Umstellung auf SAP - sind die Voraussetzungen geschaffen, um im nächsten Jahr wieder in die Gewinnzone zu kommen.
Das Quartalsergebnis der COS Memory AG liegt leicht über den Erwartungen. Die auf den Handel mit Speicherchips spezialisierte COS-Tochter konnte im weiterhin schwierigen Umfeld ihre führende Marktposition festigen und trug erneut positiv zum Konzernergebnis bei.
Geschäftsbereich Systemintegration
In den ersten neun Monaten 2003 erzielte der Geschäftsbereich Systemintegration einen Umsatz von CHF 61,2 Mio. (Vorjahr: CHF 68,7 Mio.) und erreichte auf Stufe EBIT einen Gewinn von CHF 0,8 Mio. (Vorjahr: CHF 0,9 Mio.). Die Bruttomarge betrug für den gleichen Zeitraum 22,9% (Vorjahr: 19,4%).
Die COS Concat AG in der Schweiz liegt leicht über den Budgetzielen und arbeitet profitabel. Die hohe Flexibilität und Agilität der schweizerischen Systemintegrations-Tochter zahlte sich im dritten Quartal wiederum aus und führte zu interessanten Neuaufträgen.
Die deutsche Systemintegrationstochter hingegen musste im Juli und im August zwei aussergewöhnlich umsatzschwache Monate hinnehmen. Die Entwicklung im September und der verbesserte Bestellungseingang lassen erwarten, dass der bis Ende des dritten Quartals aufgelaufene Verlust bis zum Jahresende wieder weitgehend wett gemacht werden kann. Dazu tragen auch erfolgreiche Vorstösse in neue Marktsegmente wie beispielsweise Spitäler und Kliniken bei.
Die strategische Ausrichtung der österreichischen Systemintegrations-Tochter entspricht nicht mehr der Marschroute des Geschäftsbereichs. Deshalb hat die Konzernleitung beschlossen, den Betrieb bis Ende 2003 einzustellen. Nennenswerte finanzielle Auswirkungen auf die Konzernrechnung sind nicht zu erwarten.
Geschäftsbereich Remarketing
Der Umsatz des Geschäftsbereichs Remarketing belief sich per 30. September 2003 auf CHF 12,4 Mio. (Vorjahr: 16,5 Mio.). Als Folge einer dramatisch verschlechterten Margensituation musste auf Stufe EBIT ein Verlust von CHF 2,3 Mio. (Vorjahr: Verlust von CHF 0,4 Mio.) hingenommen werden.
Die Remarketing-Aktivitäten leiden gleich doppelt unter den schwierigen Marktbedingungen. Einerseits ist es nach wie vor sehr problematisch, gute Gebrauchtgeräte zu beschaffen, andererseits leidet auch dieser Bereich unter der flauen Nachfrage. Obwohl die Kosten stark reduziert wurden, verzeichneten alle Remarketing-Gesellschaften Verluste.
Um die vorherrschende Trockenheit auf dem Beschaffungsmarkt zumindest teilweise zu kompensieren, wurde mit einem Hardware-Broker in den USA eine exklusive Vermarktungspartnerschaft abgeschlossen.
Ausblick
Die Massnahmen zur Kostenminimierung und Strukturanpassung zeigen Wirkung und werden weiterhin voran getrieben. Mit diesen Anstrengungen will die COS-Gruppe sicherstellen, dass im Geschäftsjahr 2004 auch unter anhaltend erschwerten Bedingungen ein angemessener operativer Ertrag erzielt werden kann.
Durch den Verkauf des Immobilienbesitzes in Baden-Dättwil wird sich im vierten Quartal das Fremdkapital um über CHF 15,0 Mio. reduzieren, was sich vorteilhaft auf die Liquidität und die Eigenkapitalquote auswirken dürfte.
Traditionell ist das vierte Quartal das umsatzstärkste. Der Geschäftsgang erfuhr in den ersten Oktoberwochen eine entsprechend deutliche Belebung. Dank einer nach wie vor guten Marktstellung sind wir überzeugt, das laufende Quartal positiv abschliessen zu können. Wir rechnen aber nicht damit, dass die aufgelaufenen Verluste aus operativer Kraft bis Ende Jahr wett zu machen sind. Die erfolgten Immobilientransaktionen werden jedoch das Ergebnis positiv beeinflussen.
Für weitere Informationen:
Kurt Früh, Verwaltungsratpräsident
Markus Zurkirchen, Chief Financial Officer
Tel. +41 56 484 91 00
Medienstelle COS: Tel. +41 56 484 93 70
Die 1973 gegründete COS Computer Systems AG Baden (SWX Valor 201382) ist eine schweizerische Beteiligungsholding im Informatiksektor. Das Portfolio umfasst zurzeit eine auf den internationalen Handel mit Speichermodulen spezialisierte Firma. COS versteht sich als Wachstumsfinanzierer für unternehmergeführte, mittelgrosse Firmen, welche mit entsprechender Kapitalausstattung eine überdurchschnittliche Wertsteigerung erzielen können.
