COS kämpft mit schwacher Nachfrage und gedrückten Margen

COS kämpft mit schwacher Nachfrage und gedrückten Margen

Verlust im 2. Quartal - negatives Halbjahresergebnis

Baden, 7. August 2003 - Die COS-Gruppe, ein in ausgewählten Segmenten der Informatikbranche tätiges Handels- und Dienstleistungsunternehmen, hat ihre Er-tragsziele im traditionell umsatzschwachen zweiten Quartal 2003 um CHF 3,4 Mio. verfehlt. Die Gründe für dieses enttäuschende Zwischenresultat liegen in einer gegenüber dem Vorjahr nochmals rückläufigen Nachfrage nach IT-Produkten und einem entsprechend verschäften Preiswettbewerb. Dieser wird reflektiert durch eine fortgesetzte Margenerosion, welche gegenwärtig der ganzen Branche erheblich zusetzt. Dessen ungeachtet vermochte die COS mit ihren marktorientierten Prozessen und flexiblen Betriebsstrukturen ihre starke Stellung in den Zielmärkten zu verteidigen.

Der konsolidierte Umsatz belief sich im zweiten Quartal 2003 (1.4. - 30.6.) auf CHF 208,0 Mio.; für das erste Halbjahr resultierte ein Umsatz von CHF 461,1 Mio. Gegenüber dem Vorjahr stellt dies eine Verminderung von 7,4% dar, was den konjunkturbedingten Umsatzrückgang in allen Geschäftsbereichen widerspiegelt.

Die Bruttomarge betrug für das erste Semester 6,3% und lag damit deutlich unter dem vergleichbaren Vorjahreswert. Da verschiedene der im zweiten Quartal durchgeführten Massnahmen zur Kostenreduktion erst mit einer gewissen Verzögerung erfolgswirksam werden, reichten die erzielten Bruttomargen nicht zur Deckung des Betriebsaufwandes aus. So weist die Gruppe für das zweite Quartal auf Stufe EBIT ein negatives Ergebnis in der Höhe von CHF - 3,7 Mio. aus. Da im ersten Quartal ein bescheidener Ertrag erwirtschaftet werden konnte, betrug EBIT für das ganze Semester CHF - 3,4 Mio. Nach Berücksichtigung eines dank Kursgewinnen positiven Finanzertrags und nach Abzug von Steuern resultierte für das zweite Quartal ein negatives Konzernergebnis von CHF - 2,9 Mio. und kumuliert für das erste Halbjahr ein Verlust von CHF - 3,4 Mio., was gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Verschlechterung darstellt.

Die Bilanzsumme betrug per Ende des zweiten Quartals CHF 194,3 Mio. und lag damit um 9,2% unter dem Wert per Ende 2002. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich im selben Zeitraum von 41,7% auf 45,0%.

Die anhaltende Nachfrageschwäche im IT-Sektor hat sich weiter akzentuiert. Die COS-Gruppe hatte angesichts dieser angespannten Situation bereits im ersten Quartal entschieden, den Personalbestand sukzessive zu reduzieren und natürliche Abgänge nicht zu ersetzen. Entsprechend hat sich die Zahl der Mitarbeitenden seit Jahresbeginn um 26 Stellen vermindert. Da sich die Ertragslage im zweiten Quartal weiter verschlechterte, wurde ein zusätzlicher Stellenabbau durchgeführt, dessen Effekte allerdings erst in der zweiten Jahreshälfte spürbar werden. Zusätzlich wurde die Distributions-Niederlassung in Hamburg geschlossen; die norddeutschen Kunden werden nun direkt vom Hauptstandort Linden sowie von den Niederlassungen in Berlin und Braunschweig betreut.

Um bestehende Effizienzpotentiale noch besser ausschöpfen zu können und damit für eine Markterholung gerüstet zu sein, wurde gleichzeitig die gruppenweite Einführung des neuen SAP-Systems vorangetrieben. Nach der gelungenen Inbetriebnahme der SAP-Module für das Personal- und Rechnungswesen am Hauptsitz und in der österreichischen Distributions-Niederlassung standen nun die aufgrund ihrer Komplexität sehr anspruchsvollen Module für die gesamte Warenwirtschaft im Vordergrund. Die diesbezüglichen Arbeiten bei unserer Distributionstochter in Österreich konnten noch vor Anbruch der Sommerferien abgeschlossen werden. In der zweiten Jahreshälfte werden nun bei weiteren Tochtergesellschaften SAP-Module installiert. Ziel ist, die SAP-Einführung bis anfangs 2004 im ganzen Bereich Distribution abgeschlossen zu haben. Wir versprechen uns von diesem Schritt eine erhebliche Steigerung der betrieblichen Flexibilität und Effizienz. Dazu beitragen wird auch die soeben erfolgte Inbetriebnahme des mit einem Investitionsaufwand von rund CHF 4,5 Mio. errichteten, automatisierten Kleinteilelagers in Deutschland.

Das Schiedsgerichtsverfahren gegen Avnet, die vormalige Besitzerin der Alltron AG in Mägenwil, wurde mit einem Vergleich beendet. Über die Einzelheiten dazu wurde von beiden Parteien Stillschweigen vereinbart.

Geschäftsbereich Distribution

Der Geschäftsbereich Distribution erzielte im ersten Semester 2003 einen Umsatz von CHF 416,9 Mio. (Vorjahr: CHF 440,6 Mio.). Auf Stufe EBIT resultierte ein Verlust von CHF -1,5 Mio. (Vorjahr: Gewinn von CHF 2,6 Mio.).

Obwohl der Distributionsumsatz im zweiten Quartal nur knapp unter dem Vorjahresresultat lag, führte die fortgesetzte Margenerosion zu einer Verschlechterung des operativen Ergebnisses. So verfehlte die deutsche Distributionsgesellschaft im Berichtsquartal sowohl ihre Umsatz- als auch Ertragsziele. Dennoch weist das Unternehmen für das erste Semester ein positives Resultat aus. Darüber hinaus zeigen kurzfristig durchgeführte Strukturanpassungen auch auf Stufe EBIT bereits die gewünschte Wirkung. Das neue, automatisierte Kleinteilelager wurde Ende Juli in Betrieb genommen und wird ebenfalls kurzfristige Rationalisierungseffekte zur Folge haben.

Die auf den Handel mit Speichermodulen spezialisierte COS Memory AG konnte ihre Umsatzvorgaben ebenfalls nicht ganz erreichen. Dennoch erwirtschaftete diese Tochtergesellschaft wiederum einen angemessenen Ertrag.
Auch die österreichische Distributionstochter kämpfte mit einer unverändert schwierigen Marktsituation. Darüber hinaus machten die SAP-Einführung sowie interne Strukturprobleme eine Reihe von organisatorischen Änderungen unerlässlich und erforderten eine hohe Aufmerksamkeit seitens der Bereichsleitung.

Die COS Distribution AG in der Schweiz hat zahlreiche der noch vor Jahresfrist bestehenden strukturellen Probleme zwischenzeitlich überwunden und ihre Marktposition wieder deutlich gefestigt. Dennoch wird für das laufende Jahr mit einem negativen Ergebnis gerechnet. Entsprechend sehen die Budgets erst ab 2004 eine Rückkehr in die Gewinnzone vor. Lag der Geschäftsgang per Ende des ersten Quartals noch auf Plankurs, wurden die Verkäufe auch in der Schweiz von einer ausgesprochen flauen Nachfrage beeinträchtigt, und die budgetierten Ziele für das zweite Quartal konnten nicht erreicht werden.

Geschäftsbereich Systemintegration

Der Geschäftsbereich Systemintegration wies für das erste Halbjahr 2003 einen Umsatz von CHF 40,4 Mio. aus (Vorjahr: CHF 48,1 Mio.). Auf Stufe EBIT erwirtschaftete der Bereich einen Ertrag von CHF 0,7 Mio. (Vorjahr: CHF 1,3 Mio.).

Als Folge eines erhöhten Dienstleistungsanteils am Gesamtumsatz vermochte der Bereich die Bruttomarge zu verbessern. Der anhaltende Preiszerfall bei den Geräten führt jedoch dazu, dass laufend mehr Hardware verkauft werden muss, um das Umsatzniveau zu halten.

Die COS Concat AG in der Schweiz konnte dank stabiler Auftragslage den Budgetkurs einhalten und arbeitete profitabel.

Die fakturierten Umsätze der deutschen Systemintegrationstochter hingegen lagen immer noch hinter Plan, mit der Folge, dass das Unternehmen im zweiten Quartal einen kleinen Verlust schrieb.

Die Vermittlung von Leasinggeschäften und die damit verbundene Beratung von COS-Kunden bei der Finanzierung ihrer IT-Investitionen leistete auch im zweiten Quartal einen positiven Beitrag zum Bereichsergebnis.

Geschäftsbereich Remarketing

Der Umsatz des Geschäftsbereichs Remarketing belief sich im ersten Halbjahr 2003 auf CHF 8,5 Mio. (Vorjahr: 11,9 Mio.). Auf Stufe EBIT musste der Bereich einen Verlust von CHF - 1,6 Mio. hinnehmen (Vorjahr: Gewinn von CHF 0,02 Mio.).

Das Remarketing-Geschäft wurde vom schwierigen wirtschaftlichen Umfeld wesentlich stärker in Mitleidenschaft gezogen als unsere anderen Aktivitäten. Ein sehr trockener Beschaffungsmarkt für qualitativ hochwertige Gebrauchtgeräte sowie eine spürbare Zurückhaltung seitens der Abnehmer verursachten bei den Remarketing-Töchtern in Grossbritannien, Frankreich, Deutschland und in der Schweiz negative Ergebnisse.

In Anbetracht der schwierigen Ertragslage musste bei allen Remarketing-Gesellschaften, insbesondere aber in Frankreich und Grossbritannien, ein Stellenabbau vorgenommen werden, wovon gesamthaft rund ein Fünftel der Belegschaft betroffen ist.

Ausblick

Wie angekündigt fand per 1. Juli 2003 der Stabwechsel an der Gruppenspitze statt: Dr. Roland Apelt, bis anhin Leiter des Geschäftsbereichs Distribution, übernahm von Kurt Früh die Position des Vorsitzenden der Konzernleitung (CEO). Kurt Früh wird sich fortan auf die Position des Präsidenten des Verwaltungsrates konzentrieren. Die Nachfolge von Dr. Roland Apelt als Bereichsleiter wurde an Peter Becker übertragen.

Zu Beginn des dritten Quartals - in der Regel etwas umsatzstärker als das zweite - zeichnete sich eine leichte Zunahme der Verkäufe ab. Da jedoch keine zuverlässigen Indizien auf eine baldige Erholung der Wirtschaftslage hinweisen, ist eine unverändert hohe Kostendisziplin matchentscheidend. Trotz konsequenter Ausschöpfung des vorhandenen Sparpotentials möchten wir es aber nicht unterlassen, die geplanten Massnahmen und Investitionen zur nachhaltigen Optimierung unserer gruppenumfassenden Prozesse, allen voran die Einführung von SAP, plangemäss voranzutreiben. Nur so werden wir bei einer Verbesserung der Marktlage über die notwendigen Voraussetzungen verfügen, um unsere Marktstellung weiter auszubauen.

Konzernleitung und Verwaltungsrat werden alles daran setzen, um die bisher aufgelaufenen Verluste im zweiten Semester möglichst wieder auszugleichen.

 

Für weitere Informationen:
Kurt Früh, Verwaltungsratpräsident
Markus Zurkirchen, Chief Financial Officer
Tel. +41 56 484 91 00
Medienstelle COS: Tel. +41 56 484 93 70  

Die 1973 gegründete COS Computer Systems AG Baden (SWX Valor 201382) ist eine schweizerische Beteiligungsholding im Informatiksektor. Das Portfolio umfasst zurzeit eine auf den internationalen Handel mit Speichermodulen spezialisierte Firma. COS versteht sich als Wachstumsfinanzierer für unternehmergeführte, mittelgrosse Firmen, welche mit entsprechender Kapitalausstattung eine überdurchschnittliche Wertsteigerung erzielen können.

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